Jahresarchiv für 2007
 
 

Mehr Neid als Gier

26. November 2007 • Kategorie: Leib und Seele, Schweine im Weltall • Kommentare: 0

Das hatten wir uns doch gedacht: Wer mehr verdient als die Kollegen, fühlt sich besser und schreitet besonders motiviert zur Arbeit. Behaupten Bonner Forscher. Aber ist der Mensch wirklich so gestrickt?
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Mach doch mal ‘ne Binsendiät

13. November 2007 • Kategorie: Ernährung, Schweine im Weltall • Kommentare: 0

Wer hätte gedacht, dass es sie je geben würde: die einzige, die ultimative und vermutlich doch nicht letzte Wahrheit übers Schlankwerden? Nun ist sie da. Und zwar doppelt!
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Ein zweites Lipobay?

05. November 2007 • Kategorie: Leib und Seele • Kommentare: 0

Pharmariese Bayer hat Probleme: Kurz vor einer Überprüfung des Blutstillers Trasylol hatten Mitarbeiter der Firma prekäre Daten zurückgehalten. In Kanada wurde jetzt eine laufende Studie abgebrochen. Die deutsche Arzneimittelbehörde nahm das Mittel nun kurzerhand vom Markt.
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Halbe Wahrheiten

22. Oktober 2007 • Kategorie: Leib und Seele, Medien • Kommentare: 0

Die Süddeutsche Zeitung hat mal wieder einen Mythos auffliegen lassen: Die Zeitung verkündet heute auf ihrer Titelseite (und hier online), die Psyche stünde in keinem Zusammenhang mit der Entstehung oder dem Verlauf von Krebserkrankungen. Aber stimmt das wirklich?
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Lieber vergessen…

15. Oktober 2007 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 0

Kaum einer, der das beklemmende Lied der Demenz nicht kennt: Immer mehr Menschen erkranken an der Alzheimer’schen Krankheit. Ob eine frühe Diagnose da was bringt?
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Kuhkörperwarmer Fitdrink

09. Oktober 2007 • Kategorie: Ernährung, Schweine im Weltall • Kommentare: 0

Das neue Fancy Health Tonic der Amis ist flockig und riecht nach Stall: Die Rohmilch macht’s! Was aber macht sie genau – fit oder krank?
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Blinddarm als Backup

08. Oktober 2007 • Kategorie: Leib und Seele • Kommentare: 0

Ist Ihrer schon draußen? Schade. Zwar kann der kleine Gewebeschnösel das Leben kosten, wenn er sich entzündet. Im Allgemeinen erfüllt er aber wohl eine wichtige Aufgabe.
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Ein Mutantenvirus geht um!

05. Oktober 2007 • Kategorie: Leib und Seele, Medien • Kommentare: 0

Heut Mittag meldete die Nachrichtenagentur Reuters fürchterliches: “Vogelgrippevirus kann nach Mutation nun eher Menschen infizieren”, so stand es über der Schreckensbotschaft im Ticker. n-tv hat die Meldung mittlerweile mit der etwas knackigeren Zeile “Vogelgrippe ist mutiert” auf seiner Website veröffentlicht. Ohne Quellenangabe, versteht sich, aber mit der Unterzeile: “Gefahr für den Menschen wächst”.

Ist es also soweit? Müssen wir nun alle sterben? Laut Meldung haben Forscher eine Veränderung im Erbgut des Vogelgrippevirus H5N1 gefunden, die dem Erreger jetzt den Befall von Menschen erleichtert. Der wissenschaftlichen Substanz dieser Behauptung auf den Grund zu gehen ist indes nicht ganz leicht. Reuters und damit auch n-tv zitieren leider das falsche Journal. Aber mit etwas Geduld findet man heraus, dass Herr Kawaoka (der Studienleiter) seine Arbeit in PLoS Pathogens veröffentlicht hat, einer Open-Access-Zeitschrift, die online für jedermann zugänglich ist. Auch für Nachrichtenredakteure.

Der interessierte Journalist könnte der Originalarbeit unter anderem entnehmen, dass die Forscher Viren aus zwei menschlichen Proben miteinander verglichen haben. Probe eins stammt aus dem unteren Atemtrakt des Patienten, Probe zwei aus dem oberen Atemtrakt, und zwar desselben Patienten.

Zwei Möglichkeiten: Der Patient ist von zwei verschiedenen Virentypen gleichzeitig befallen worden. Oder: Das Virus ist erst in der Lunge des Opfers mutiert – was eher einleuchtet, und was man getrost als epidemiologische Sackgasse bezeichnen darf. Denn weitergegeben hat besagter Vietnamese das Virus nicht mehr. Effiziente Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind noch immer nicht bekannt.

Weshalb der Senior Author in einer Pressemitteilung zur Studie wohl auch sagt: “This change is needed, but not sufficient. There are other viral factors needed to cause a viral pandemic”. Alles klar.

Noch mehr gefräßige Würmer

05. Oktober 2007 • Kategorie: Leib und Seele, Schweine im Weltall • Kommentare: 0

In Gladiator, dem zweifellos tollsten Historienepos der letzten Kinojahre, haben sich die meisten Filmgucker gar nicht so sehr vor dem vielen Blut geekelt, das fließt ja ohnehin in Strömen. Nee, die ekligste Szene ist die, in der sich in der Wunde von Russel “Maximus” Crowe kleine, glibschige, weiße Maden winden. Die Viecher sollen den eitrigen Schnitt in der Schulter reinigen. Dass derlei hilft, ist angeblich erwiesen. Die archaische Methode wird sogar heute noch praktiziert.

Nicht minder widerlich ist nun die Idee, Asthma, Morbus Crohn und sogar multiple Sklerose unter saugkräftiger Beteiligung parasitärer Würmchen zu lindern. Ist schon ein paar Wochen her, dass der Guardian darüber berichtete, aber wir wollen das niemandem vorenthalten:

Protagonist des therapeutischen Nematodenangriffs ist ein Hakenwurm, der sich am Ende seiner sieben Lebensphasen im Darm seines Gastgebers einnistet und aus den Zotten des Verdauungsorgans Blut zuppelt. Das bringt den Wirt nicht unbedingt um (anders als in diesem geschmacklosen Beispiel), die winzigen Gäste verursachen bei schwerem Befall allerdings eine herben Blutverlust und Leibschmerzen. Verbreitet ist der rünstige Geselle vor allem in Afrikas Feuchtgebieten.

Der positive Haken am Wurm ist nun, dass seine Opfer zwar schlapp und lustlos durchs Leben schlurfen, dafür aber so gut wie nie an Heuschnupfen, Asthma oder anderen Fehlleistungen des Immunsystems leiden – und diesen Effekt nutzen die Forscher von der Universität von Nottingham für ihre Patienten. In einer ersten klinischen Studie zur Sicherheit von geringen Wurmdosen wollten die Probanden ihre neuen Bewohner gar nicht wieder hergeben – die Tabletten, die den Hakenwürmern zum Ende der Studie den Garaus gemacht hätten, lehnten sie ab. Weil die Heuschnupfensymptome sich so sehr gebessert hatten. Die Ärzte glauben, dass das Immunsystem so sehr mit den Würmern beschäftigt ist, dass es für Überreaktionen in der Nasenschleimhaut keine Kapazitäten mehr hat.

Ob die Methode sich in kontrollierten Tests als tatsächlich wirksam erweist, steht indes nicht fest – und, bei aller Liebe zu natürlichen Heilmethoden: Ist es nicht auch fraglich, ob man es den Patienten überhaupt wünschen sollte? Wurgs.

Spickende Patienten

05. Oktober 2007 • Kategorie: Leib und Seele • Kommentare: 0

Die Ärzte protestieren weiter gegen die geplante Meldepflicht für selbstverschuldete Erkrankungen. Und wie wir hier von der wunderbaren Juli Zeh lesen können, ist Widerstand in der Sache mehr als angebracht.

So ganz alleine möchte der niedergelassene Allgemeinmediziner aber offenbar nicht die Verantwortung für seine Patienten tragen, wie ddp berichtet. Demnach hält es ein Vorstandsmitglied des Deutschen Hausärzteverbands für sinnvoll, wenn sich die Klientel genau notiert, was sie eigentlich will vom Onkel Doktor, sich also einen “Spickzettel” macht.

Klingt eigentlich ganz vernünftig. Andererseits könnte der Arzt auch einfach die richtigen Fragen stellen. Wenn’s nicht zuviel verlangt ist.