Öl zum Frühstück

24. Juni 2008 · Thema: Ernährung, Schweine im Weltall

Eine gute Ernährung ist wichtig. Aber jetzt drehen die Spanier doch etwas durch: Das iberische Essen soll als mediterrane Kost zum Weltkulturerbe befördert werden.

Essen ist ja eine recht komplizierte Angelegenheit geworden: Zu viele Produkte, zu viel Junk Food, und dazu noch das stetig wachsende Wissen um angeblich gefährliche oder unentbehrliche Nährstoffe – wie kann man da noch wissen, was richtig ist? Klar, mehr oder weniger bunte Kennzeichnungen sollen uns künftig den Weg weisen. Unter Medizinern und Ernährungsexperten aber hat die richtige, weil allergesündeste Ernährung der Welt längst einen Namen, und der lautet: Mediterrane Kost.

Und weil gesunde Ernährung im Zeitalter oecotrophologischer Wirrungen eben richtig was wert ist, will eine Iniative aus Italien, Griechenland , Marrokko und – allen voran – Spanien die mediterrane Kost jetzt als Welterbe von der Unesco schützen lassen.

Wie das gehen soll, ist allerdings genau so unklar, wie die Frage nach der Rechtfertigung. Begeisterte Ernährungswissenschaftler entdeckten als Mittelmeer-Diät in den Sechzigern zwar das traditionelle Menü aus frischem Fisch, wenig Fleisch, Rotwein, viel Gemüse, Obst und natürlich Olivenöl. Letzteres trinken die herzgesunden Hundertjährigen der Region ja angeblich schon zum Frühstück.

Heute allerdings gibt es auch bei den Spaniern und mediterranen Nachbarn vor allem Fleisch und Nudeln zu essen. Fisch ist zu teuer, Gemüse genießt man frittiert, das Olivenöl wird gepanscht und die Raritäten von einst – Jamon Iberico, Parmigiano, griechischer Feta – verkommen bei uns inzwischen zum billigen Massen-Artikel, der in diesen Mengen sicher auch nicht mehr gesund ist.

Die Spanier und Italiener aber möchten künftig nun bestimmt nicht weniger Schinken, Pasta und Käse ins Ausland verticken. Aber kulinarischen Exportartikel benötigen eine Aufwertung, und was wäre da hilfreicher als ein Gütesiegel der Unesco?

Als Marketinghilfe wurde das Welterbe aber nicht erfunden, und man kann deshalb nur hoffen, dass das Pariser Komitee dem Ansinnen der Spanier nicht folgt. Und wenn doch, dann werden auch wir Gerechtigkeit verlangen: Sauerkraut, Grünkohl und Schweinshaxn for Welterbe! Aber wirklich.

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