Gift fürs Baby

16. Juli 2008 · Thema: Ernährung, Medien

Nun erweist sich auch das Nüsseknabbern während der Schwangerschaft als schädlich. Und an des Kindes morschen Zähnen ist ebenfalls nur eine schuld: die Mutti.

Dass der Speiseplan eine Schwangeren eine echt heikle Angelegenheit ist, bekamen angehende Mütter wohl schon immer zu spüren. Esst dies, meidet das – alles muss zum Wohle des Kindes geschehen. Das schöne war früher, dass es sich bei all den gut gemeinten Ratschlägen meist um Vermutungen, Erfahrungswerte oder um puren Aberglauben handelte. Nichts also, an das man sich unbedingt halten musste.

Heute ist das: anders. Das haben wir neulich schon mal festgestellt, und die Flut an ermahnenden Botschaften reißt nicht ab. Wie die BBC (und folglich auch Focus online) jetzt berichtet, ist zum Beispiel der Konsum von Nüssen – insbesondere von Erdnüssen – während der Schwangerschaft nahezu fahrlässig. Eine Studie hat raus gefunden, dass die Babys von Nüsse knabbernden Mütter ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für allergisches Asthma haben. Da bleibt einem doch gleich das Cashewhörnchen im Halse stecken – vor allem, wenn man sich überlegt, dass dieses Resultat sich allein auf Befragungen der Mütter zu ihrem Essverhalten während der Schwangerschaft stützt. Na, und was haben sie vor zwei Jahren so gegessen?

Ganz anders steht es dagegen um die Milch. Auf die dürfen Schwangere nämlich nicht verzichten, wie wir hier erfahren. Eine Studie an mehr als 200 Hoffnungsfrohen soll gezeigt haben, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel im Zusammenhang mit dem kaputtem Zahnschmelz der resultierenden Kleinkinder steht. Dass Vitamin D auch etwas mit Licht zu tun hat, bleibt hier außen vor. Die Befürworter von Vitamin-D-Supplementen wird das natürlich freuen.

In etwa dieselbe Schublade passt auch die Nachricht, dass die Ernährung einer Mutter das spätere Gewicht des Kindes beeinflusst. Wie die BBC und Focus Online berichten, können Muttis kalorienträchtige Vorlieben bestimmte Gene des Fötus an- oder ausschalten, und zwar dauerhaft. Das einzige, was dem Moppelkind dann noch hilft, ist eine Epigenetik-Diät: Also ein Speiseplan, der um ein ganzes Arsenal von Vitaminen ergänzt wird. Das bügelt Mamis Fehlverhalten dann vielleicht wieder glatt.

Wie sich die Schwangeren dabei fühlen? Eine hat es lesenswerter Weise hier aufgeschrieben (Text auf englisch). Schwanger sein ist eben hart. Und Essen nichts, was man einfach mal so tun dürfte.

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