Kauf das! Iss das!

19. August 2008 · Thema: Ernährung, Leib und Seele

Schoko-Riesentafeln, Chips-Familienpackungen – wer im Supermarkt mal wieder alle Hemmungen verliert, hat ein Hormonproblem. Wir fordern ein Gegenmittel!

Also: Ich fordere ein Gegenmittel. Impfung, Pillenkeule, völlig egal. Nebenwirkungen spielen keine Rolle, Geld auch nicht. Hauptsache, der Hype um Hunger-, Schlankheits- und sonstwie die Nahrungsaufnahme betreffende Hormone findet ein Ende. Es ist schlicht nicht mehr auszuhalten.

So vermeldet die dpa heute, dass das berühmte Hungerhormon Ghrelin nicht nur schuld am Hunger ist. Nein, es soll auch dafür verantwortlich sein, wenn wir beim Einkaufen völlig ungezügelt die Keksregale leerräumen. Sagen zumindest kanadische Forscher. Und die dpa erklärt das (hier zum Beispiel) so:

“Nach Angaben der Neurologen wird das Hormon Ghrelin im Magen gebildet, wenn er leer ist, und fordert quasi zum Essen auf.”

Tja. Wir hatten das geahnt, irgendwie: Wer hungrig ist, sucht sich was zu futtern. Zu allem Überfluss hat das Team um Alain Dagher aber noch was im Kopf entdeckt, und zwar, dass

“Ghrelin Gehirnregionen stimuliert, die den Menschen stärker auf visuelle Nahrungsmittelreize reagieren lässt”

Wir stehen also mit leerem Magen im Supermarkt, und so, wie der visuelle Reiz von Wasser auf einen Dürstenden wohl ziemlich stark ist, treibt uns der Hunger in die Arme der Nahrhaftigkeit. Die gängige Erkenntnis, wenn man seine Beute nach Hause geschafft hat: Gehe nie mit leerem Magen einkaufen. Du packst schlicht alles ein, was essbar aussieht.

Die überwältigende Erkenntnis der Wissenschaftler heißt jetzt: Gehe nie mit erhöhtem Ghrelinspiegel einkaufen. Du packst schlicht alles ein was essbar aussieht.

Was natürlich nicht dasselbe ist. Denn die Studie an 12 (in Worten: zwölf) Probanden, die nach einer Ghrelinspritze voll auf Pizza und Hamburger abfuhren, eröffnet uns ja eine Perpektive: Ein paar Anti-Ghrelinpillen oder ähnliches, dann bleibt der Kühlschrank leer – und die Pfunde purzeln!

Alternativ könnte man vor dem Einkauf auch eine Stulle oder einen Apfel essen, um HerrIn seines eigenen Verstandes zu bleiben. Aber das ist natürlich nicht so richtig Wissenschaft.

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