Antifleischkampagne

03. April 2006 · Thema: Ernährung

Schon wieder so eine eine Metastudie ohne Nährwert: Diese hier sagt, dass Menschen, die von Fleischkost auf fleischlose Nahrung umsteigen, leichter abnehmen.

Das ist jetzt mal eine überraschende Erkenntnis. Ob die Leute, die diese Frage immer und immer wieder untersuchen, selbst Vegetarier sind? Vegetarisch zu leben ist in unserer nicht-vegetarischen Fast-Food-Gesellschaft immerhin nicht einfach. Es ist teuer und man kann nicht mal eben in die nächste Burgerkettenfiliale marschieren, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen. Und weil Vegetarier ohnehin gesundheitsbewusster sind als andere, kommt da auch mehr Vollkorn und Vitamin auf den Teller. Die Frage ist am Ende also weniger, ob man Fleisch isst. Sondern wie man sich überhaupt ernährt.

Das ist nun seit Jahren bekannt. Bekannt ist auch, dass ein wenig Fleisch – gutes Fleisch, teures Fleisch – sogar noch ein bisschen gesünder ist als gar keins.

Erhellend ist in diesem Zusammenhang dann auch, dass die neue Studie aus den USA von teilweise kommerziell arbeitenden Vegetarierorgansationen mitgetragen wurde. Hallo?

13 Kommentare
  1. #1 • Toto hat am 04.04.2006 gesagt:
     

    Antivegetarier-Kampagne?

    Liebe Frau Zink,
    die „Metastudie“, die Sie ansprechen, ist eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit (scientific review). Innerhalb einer solchen Arbeit kann als statistisches Verfahren eine Meta-Analyse, nicht Metastudie, durchgeführt werden.
    Diese hier kommt zu dem Ergebnis, dass Menschen, die von Fleischkost zu vegetarischer Ernährung wechseln, statistisch betrachtet abnehmen. Sie nehmen nicht „leichter“ ab, sie nehmen ab, einfach so.
    Das ist für Sie aber keine „überraschende Erkenntnis“. Warum erwähnen Sie die Ergebnisse dann überhaupt? Ärgern Sie sich über Vegetarier, weil Sie Ihnen ein latent schlechtes Gewissen machen?
    Vegetarische Ernährung ist jedenfalls nicht teuer, im Gegenteil man spart sogar Geld für teures Qualitätsfleisch – das billige Industriefleisch essen Sie sicher nicht, wenn Sie Ihre Kollegen und uns von gesunder Ernährung überzeugen wollen, oder?
    Wenn Sie meinen, Sie müssten „in die nächste Burgerkettenfiliale marschieren, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen“, selbst bei McDonalds gibt es mittlerweile fleischlose Gerichte (Salate). Billig ist das allerdings nicht. Billig und lecker ist es selbst zu kochen, oder einen Apfel aus der Tasche zu ziehen. Jedenfalls glaube ich, dass es nicht viele Länder auf dieser Welt gibt, wo es einfacher ist, sich vegetarisch zu ernähren, das Angebot an Lebensmitteln ist hierzulande doch recht breit.

    Gerne wüsste ich noch, woher Sie die Erkenntnis haben, dass „ein wenig Fleisch…sogar noch gesünder ist als gar keins“. Aus dem angegebenen Link zur Studie der – allesamt vegetarischen Epidemiologen? – des Deutschen Krebsforschungszentrum jedenfalls nicht: „Innerhalb der Studienpopulation zeigte sich keine Abhängigkeit des Sterberisikos vom Fleischkonsum.“
    Wenn man sich nur auf die eigene Lebenserwartung beschränkt und es einem egal ist, ob Urwaldflächen für den Soja-Anbau vernichtet werden, um Tiere damit zu füttern, während Menschen verhungern, dann ist die Frage am Ende weniger, ob man Fleisch isst, sondern ob man raucht, Alkohol trinkt, sich bewegt.
    Hallo?

  2. #2 • zinkant hat am 04.04.2006 gesagt:
     

    lieber toto, erst einmal: wie kommen sie auf “frau zink”?
    ich habe kein schlechtes gewissen. komisch, dass einem derlei immer unterstellt wird, wenn man sich kritisch äußert. dass vegetarisch leben teuer ist, weiß ich aus eigener erfahrung. von der burgerkette hingegen weiß ich nur als dauerzeuge – bis auf das eine mal, als ich aus mangel an alternativen wirklich selbst dort war und einen (billigen!) salat gekauft habe. der salat war ok, das plastik eine unverschämtheit.
    was die wenig-fleisch-esser betrifft: die pressemitteilung ist eine zusammenfassung, und tatsächlich fehlt da ein detail. http://www.gastroenterologe.de/patient/akutelles_thema/ernaehrung/veg_leberw.htm, da steht das aber auch nochmal. es geht darum, dass moderate Vegetarier (ganz-wenig-fleisch-esser) eben doch eine höhere lebenserwartung haben als veganer.

  3. #3 • Globo hat am 05.04.2006 gesagt:
     

    Liebe/r zinkant – damit sie mich nicht falsch einsortieren: Ich habe eben mit Genuß ein Salamibrötchen verzehrt – aber Toto muss ich in ihrem/ihrer freundlichen Zurückweisung ihrer eigenartigen Darstellung doch Recht geben. Ihre, zikants, Argumentation ist bissig, nicht kritisch, weil schlecht recherchiert – nicht nur das von Toto angegebene link, das Sie widerlegt sondern auch folgendes: Veganer sind zwar Vegetarier, aber nur eine kleine Minderheit von Vegetariern sind Veganer. Wenn Veganer also weniger gesund leben, dann sagt das zum Thema Vegetarier nichts aus. Ihre “Erfahrung” mit den Kosten des Vegetariertums leuchtet mir leider schon gar nicht ein – Fleisch ist mit Abstand das teuerste Produkt in meinem Einkaufskorb – und wann waren Sie denn überhaupt mal Vegetarier/in, dass Sie von eigener Erfahrung sprechen?

  4. #4 • gesundheitsblog hat am 19.04.2006 gesagt:
     

    Hallo, hallo, nun muss ich mich auch mal einmischen! Warum so barsch, Toto? Auch fleischessende Mitbürger haben ein Recht auf Leben. Und bei erwähnten Soja-Anbauflächen wird mir auch schon ganz anders! Woraus besteht den Tofu? Nicht aus Soja? So erscheint mir doch der Hinweis als ein Eigentor. Und es IST teuer, sich vegetarisch zu ernähren, es sei denn, man lebt von ein paar Äpfeln am Tag und gönnt sich sonst nichts. Liebe Grüße von einer Ex-Vegetariern

  5. #5 • OttoN hat am 29.04.2006 gesagt:
     

    Jede Art von Ideologie im Zusammenhang mit Ernährung ist ein sicheres Zeichen eingeschränkter kognitiver Fähigkeiten ;-) !

  6. #6 • Wassertropfen hat am 13.05.2006 gesagt:
     

    @gesundheitsblog:
    “Und bei erwähnten Soja-Anbauflächen wird mir auch schon ganz anders!” : Ebenfalls!!! Jedoch in die andere Richtung!! Wer verzehrt denn bitteschön mehr Soja, Ihrer Meinung nach, die paar Vegatarier oder die ganzen Viecher?? Und haben Sie schomal was von der Nahrungspyramide gehört, und dass von Ebene zu Ebene ca 90% der Energie “verloren” geht? Fazit: Die Menge Soja, die 100 Rinder ernährt, welche dann 10 Menschen ernähren, würde, wenn direkt verzehrt, gleich 100 Menschen ernähren! In dem Sinne, Liebe Grüße von einer Ex-Vegetarierin, die es wieder ist!

  7. #7 • EbenfallsExVegetarierin hat am 15.05.2006 gesagt:
     

    Also, als ich noch Vegetarierin war (bin’s immer noch fast, weil mir Fleisch nicht schmeckt), war mein Leben eigentlich nicht überteuert. Wie auch, ich war Studentin. (Abgenommen hab ich übrigens auch nicht. ) Und wenn ich heute alle paar Wochen mal Fleisch kaufe, ist das bei weitem das teuerste, was ich kaufe, liegt möglicherweise daran, daß ich auf Qualität achte.

    Klar besteht Tofu aus Sojabohnen, aber da jede Kuh einen Wirkungsgrad deutlich unter 100% hat, muß man für ein Kilo Fleisch wesentlich mehr Soja in die Kuh stecken als für ein Kilo Tofu in die Tofumaschine. Außerdem muß man gar keinen Tofu essen, wenn einem das zu teuer ist oder man ihn nicht mag.

  8. #8 • Ada hat am 15.05.2006 gesagt:
     

    Dass vegetarisch leben teuer sein soll, kann ich auch nicht nachvollziehen (wer Soja-Wurst isst, ist selber schuld, sowohl, weil sie nicht schmeckt als auch weil sie teuer ist). Wenn man Fleisch in guter Qualität kauft, ist das sehr viel teurer, als wenn man seinen Eiweißbedarf mit Milch, Eiern oder Hülsenfrüchten deckt. Wenn man natürlich nicht kochen kann und daher Fertigfraß ißt, kann es sein, daß das vegetarische Zeuch teurer ist als das mit Fleisch.

  9. #9 • Loni hat am 17.05.2006 gesagt:
     

    nur so, weil ich sowieso grade eine facharbeit(philosophie) über dieses thema schreibe, zumindest so ähnlich (bei mir geht es mehr um die frage wie fleisch essen aus ethischen gründen zu rechtfertigen ist) ….was vegetarier sich einfach bewusst machen sollten ist, das sie mangelerscheinungen kriegen können, ausser sie nehmen große mengen von anderen tierischen produkten zu sich, milch oder eier zb (ein liter milch am tag, aber keine H-Milch, decken den tagesbedarf an vitamin b12, welches für verschiedene funktionen sorgt, und bei mangel hat man blutarmut –>konzentrationsschwierigkeit, müdigkeit, schlappheit, psychosen…)
    Veganer sind da schonmal vollständig gearscht^^ ausser sie fressen täglich 5 kilo sauerkraut oder saufen sich mti bier zu, da sind ganz ganz ganz geringe mengen b12 drin, wegen der bakterien die dieses vitamin herstellen…

    ich hätte da eine lösung, die wie ich finde durchaus einleuchtet aber leider utopie ist…ich esse tiere, ich mag tiere, ich finde tiere sollten ein gutes leben haben

    eine art “traum” wäre es wenn nur noch eine gewisse (geringe) anzahl von tieren pro bauernhof gehaltenb werden dürften, mit strengen maßnahmen um ihnen ein schönes leben zu bereiten (damit meine ich keine massagerollen für kühe etc :D :D:D mehr so schöne große blumenweiden un so) und wer fleisch essen will, soll nciht im supermarkt danach greifen können sondern zu eben diesen bauernhöfen fahren und es sich kaufen, sozusagen schlachten nach bedarf^^ 1. wird das fleisch essen dann eingeschränkt, man fährt schließlich nicht extra für ein lebensmittel los 2.sieht man dann wie das tier wirklich gelebt hat 3. gibt es kaum fleischskandale, denn gammeln kann das fleisch auf diese weiße nicht 4.die tiere sind genauso GLÜCKLICH wie die menschen und so weiter…es wäre einfach alles besser^^
    übrigens, für die ganzen vegetarier die sagen “oooh die armen tierchen”…ich weiß, das kommt durch eine fleischesserkultur, aber die ganzen armen schweinchen könnten heutzutage doch gar nicht mehr überleben wenn sie auf sich selbst gestellt wären, die würden elend zugrunde gehen weil sie einfach nicht mehr für die freiheit geschaffen sind und in “freier” natur abkratzen :P

    aber naja, dieses ganze pseudo-fleischessen-nicht-fleischessen kommt letztendlich doch nur von der verweichlichung der meisten menschen…wer von klein auf mit tieren aufgewachsen ist hat auch viel mehr ein verständnis dafür, was tiere brauchen und was nicht usw.
    übrigens…ich hab gehört es soll ja sogar tiere geben die tiere fressen *omg*
    beispielsweise….menschen(tiere)

  10. #10 • daniela hat am 22.05.2006 gesagt:
     

    bin seit so vielen jahren vegetarierin, esse allerdings ab und an fisch(!)
    meine gesundheit, blutwerte, gewicht etc: super!
    ich nehme vit b1 zusätzlich und muss keine tiere außer manchmal fische essen!

  11. #11 • Olli hat am 04.07.2006 gesagt:
     

    LOL na wer glaubt das vegetarier abnehmen liegt zumindest bei mir falsch. ich habe im letzten jahr 10 kg zugenommen. zugegeben, ich bin ausgezogen und koch jetzt essen was mir schmeckt und das mit reichlich olivenoel und oft und gerne mozarella an jeder ecke wo es passt. dazu gibts auch vollkornnudeln. abends gibt es auch oft und gerne eine tafel schokolade. also nein ich kann nichtg behaupten das vegetarier gesund leben ;)

  12. #12 • Sarah hat am 05.07.2006 gesagt:
     

    Im Alltag mag es wohl billiger sein, sich vegetarisch zu ernähren. Aber ein Luxus-Essen fällt nach meiner Erfahrung selten billiger aus. Wenn ich Freunde bekoche, dann meist vegetarisch und gesund, sozusagen als Ausgleich für das Kantinenessen im Alltag. Letztens hat eine Freundin “falsche Hase” gemacht, ich revanchierte mich mit einer vegetarischen “Parodie” davon. Dazu brauchte ich: Eier, zwei Linsensorten, mehrere Gemüsesorten, Kümmel, Chilli, Pistachiokerne, Haselnußkerne, noch eine Lage Kürbiskerne oben drauf und selbstgemachte Preiselbeersoße dazu. Zusammen mit Vor- und Nachspeise und Salate hatte ich schnell 100€ ausgegeben, und nicht nur, weil Lebensmittel hier in Irland generell teurer sind.

  13. #13 • Agate hat am 02.08.2006 gesagt:
     

    Also ich hab noch von keinem Vegetarier mit Mangelerscheinungen gehört, und ich habe einige davon im Freundeskreis. Und auch bei Veganern gibt es nur Einzelfälle. Kenne zumindest 2 Veganer, die das ganze seit etwa 10 Jahren praktizieren und kerngesund wirken. Man muss da halt etwas unhygienischer leben. Karotten nicht waschen um Vitamin B12 zu kriegen und so.

Hinterlasse einen Kommentar!

Kommentar:

Diskussion zum Beitrag als RSS 2.0 Feed abonnieren.


+ 3 = neun