Windeier

07. April 2006 · Thema: Ernährung, Schweine im Weltall

An eine Sache hatte man in der ganzen Vogelgrippehysterie noch gar nicht gedacht – bis jetzt. Bis Mittwoch, genau genommen. Denn am Mittwoch wurde der erste Fall von Vogelgrippe in Nutztieren bekannt, und damit zehn Tage vor Ostern. Es ist zwar nur dieser eine Hof befallen, und von allen Seiten wird versichert, dass keine Produkte dieses Betriebs in den Handel gelangt sind. Aber eine Sache ist uns trotzdem versaut: Das Eierauspusten.

Für alle, denen dieses Ritual nicht bekannt ist: Ei nehmen, vorsichtig ein Loch oben und unten reinbohren und dann den Inhalt des EIs in eine Schüssel pusten. Das ist ein tolles Experiment für Kinder, eine kleine Schweinerei – und Garant für den Rührei-Overkill. Aber nicht nur das: Die leeren Eier werden schließlich mit Plakafarbe oder Tusche bemalt, beklebt, mit Schleifen versehen und an Forsythien-Zweige oder ähnliches gehängt.

Bei uns zu Haus lief das früher noch ohne Schutzmasken ab, aber jetzt, da das böse Virus zirkuliert, zweifelt man leicht an der Sicherheit des Verfahrens. Also – was tun? Aufs Pusten verzichten? Osterdeko kaufen?

Aber nicht doch. Erste Lösung:Die FAZ hat sich heute der Ratschläge des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) angenommen und eine bebilderte Anleitung für die fachgerechte Aufbereitung potenziell verseuchter Eier publiziert. Man benötigt dafür Gummihandschuhe, eine Spülbürste, Spüli und – Eier, natürlich.

Den Autoren scheint aber entgangen zu sein, dass auch das Innere der Eier – sofern sie denn von kranken Hühnern stammen – Viren enthalten kann. Umso nützlicher scheint diese Anleitung, die das Prozedere in eine Art medizinische Operation transformiert. Sie benötigen eine großvolumige Injektionsspritze.

In jedem Fall ist klar: Wir müssen nicht verzichten. Wieviel Spaß das dann noch macht, ist eine andere Frage.

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