Die Hamsterdiät

10. Mai 2006 · Thema: Ernährung, Schweine im Weltall

Ich dachte immer, dass man Einsamkeit durch viel Essen kompensiert. Weshalb Alleinsein oft dick macht. Stress natürlich auch, und Alleinsein kann ziemlich stressig werden. Diese Meldung hier klingt aber irgendwie anders.

Einsame Hamster essen in besagter Studie nämlich nicht besonders viel. Erst wenn ein Zweithamster ihre Käfigruhe stört, fangen sie an zu hamstern. Die Lösung des Rätsels ist einfach: Hamster sind Einzelgänger, die Zweisamkeit bereitet ihnen Stress.

Aber jetzt. Weiter steht da nämlich: “Damit könnte der Goldhamster ein ideales Modell sein, um die Ursachen der Gewichtszunahme unter Stress beim Menschen besser zu verstehen. ”

Moment mal – der Mensch ist ein Einzelgänger? Gibt es deshalb mittlerweile eine ganze Industrie, die einsame Menschen für viel Geld zu glücklichen Pärchen zusammenführen will? Parties? Gesellige Nachmittage auf Nachbars Balkon – mit Kuchen? Überhaupt: Familie? Und macht Einsamkeit nun voll dünn statt dick?

Na gut, es geht auch bei den Hamstern natürlich nicht um eine harmonische Form von Zweisamkeit. Sie streiten sich, der eine ist immer der Dumme, und dann ist er frustriert und futtert. Aber dass der soziale Druck eines Hamsters Modell stehen soll für menschlichen Stress – mit dem Chef, der Liebschaft, oder gar der scheiternden Diät?

Einsamkeit mag vielleicht wirklich dünn machen – wenn man gern allein ist. Aber wenn Menschen sich treffen, ist das vermutlich eher stressfrei – und es wird (hoffentlich) gut gegessen. Dann ist man doch lieber etwas moppelig. Anstatt allein.

3 Kommentare
  1. #1 • OttoN hat am 16.05.2006 gesagt:
     

    Es steht nirgends, dass der Hamster ein Modell für menschliche Beziehungsvorlieben ist, sondern lediglich, das 2 Hamster zusammen ein Modell für Stress (und vielleicht das Essverhalten unter Stress) sind. Das ist ein gewaltiger Unterschied (und ein Fehler der leider häufig bei der Extrapolation von Modellen gemacht wird…).

  2. #2 • Lucie hat am 19.05.2006 gesagt:
     

    also der Artikel will doch nur sagen das ein Hamster unter Stressituationen mehr isst als gewöhnlich und dadurch zunimmt, genau wie der Mensch. Das in diesem Fall ein zweiter Hamster im Käfig für den Stress verantwortlich ist, heißt doch nicht das auch der Mensch sich in Gegenwart eines anderen Menschen ebenfalls gestresst fühlen würde.
    Das Experiment mit den Hamstern wurde nur aus Zwecken der Verdeutlichung durchgeführt und soll keine Parallen zum menschlichen Verhalten darstellen

  3. #3 • Verena hat am 12.07.2006 gesagt:
     

    “…und soll keine Parallen zum menschlichen Verhalten darstellen”

    dann wäre es auch Unsinn, aus diesem Test überhaupt irgendwelche Rückschlüsse für den Menschen zu ziehen, oder?

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