Der familiäre Suff?

24. April 2006 · Thema: Leib und Seele

Früher, wenn einer zu tief in Glas guckte, hat man oft gesagt: Das liegt in der Familie. Sein Vater, hat der nicht auch gesoffen? Also wird er selbst wohl auch ein Säufer werden.

So haltlos solche Behauptungen mal waren – reine Vorurteile, pure Spekulation -, so klar ist heute, dass mehr als ein Funken Wahrheit dahinter steckt. Viele Studien haben schon Hinweise geliefert, dass die Kinder alkoholabhängiger Eltern später häufig selbst zur Flasche greifen. Die Frage ist allerdings: warum?

Interessant ist deshalb dies hier. Zwar liefert die Studie noch keine hinreichende Erklärung dafür, warum Alkoholismus oft den Stammbaum herunterklettert. Doch sie zeigt, dass Kinder von Alkoholikern oft keine Angst mehr vor Strafen haben und Belohnungen bevorzugen, die auf der Stelle – und nicht langfristig – ausgezahlt werden. Dass das mit den Erfahrungen zu tun hat, die sie zu Hause machen, liegt nahe.

Nun wird nicht jeder Spross eines Alkoholikers/ einer Alkoholikerin später selbst Alkoholiker, das betonen auch die Wissenschaftler aus Oklahoma. Doch anhand der Verhaltenstests, die die Forscher benutzt haben, könnten die gefährdeten Kinder früher erkannt und entsprechend betreut werden. Da schlösse sich der Kreis, der dann kein Teufelskreis mehr sein würde. Denn gerettet wären nicht nur die Kinder der Alkoholiker, sondern womöglich auch deren Kinder und Kindeskinder.

Noch sehr vage, aber hoffnungsfroh.

1 Kommentar
  1. #1 • Karsten hat am 19.05.2006 gesagt:
     

    Hallo,

    ich finde diese Theorie völlig daneben.
    Selbst wenn es so wäre, bringt das nichts für einen Alkoholsüchtigen, außer dass er sich noch mehr in Selbstmitleid wälzen kann, weil er ja nun seine Unfähigkeit, nichts dagegen machen zu können, auch noch attestiert bekommen hat.

    Es geht darum, dass ein Alkoholiker lernen muß, wie er mit der Sucht leben kann, ohne ihr nachzugeben. Wen nützt das Wissen, das er die Krankheit eventuell geerbt hat?

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