Penisangst

04. Mai 2006 · Thema: Leib und Seele, Schweine im Weltall

Vom Penisneid haben wir wieder sehr viel gehört, denn am Samstag hat Sigmund Freud Geburtstag. Das aber nur am Rande, denn viel häufiger als der Neid auf das gute Stück ist jedoch die Angst. Nicht die Angst vor, sondern um den Penis.

Das behaupte ich, nach einem kleinen Ausflug in das lesenswerte Sexblog. Zwar mag manch einer sich von dieser neuen Meldung aus der Alligatorforschung gelangweilt fühlen, aber ich wette, dass sie einigen Müttern strammer Söhne gehörigen Schrecken einjagt – und als Werbeargument für Bio-Obst in der Tat wirken kann.

Denn wenn es um Größe und Form von Babys Schniedel geht, verstehen Mütter keinen Spaß. Als kürzlich dieser Artikel zur ganzganz vielleicht -aber keinesfalls sicher – genitalienschädigenden Wirkung von Weichmachern in Arzneimitteln erschien, bekam ich eine etwas befremdliche Email.

Eine Frau bat um eine Liste der Präparate, die in Deutschland Weichmacher enthalten. Sie habe den Eindruck, dass der Penis ihres neugeborenen Sohns irgendwie nicht ganz gerade sei. Mit anderen Worten: krumm. Sie habe den Verdacht, dass sie in ihrer Schwangerschaft eventuell eines von den betreffenden Arzneimitteln genommen habe – ihr Sohn also Opfer eines Arzneimittelskandals ist.

Bei allem Verständis für die Sorge einer jungen Mutter: Fehlgebildete Genitalien hat man im Zusammenhang mit Weichmachern ausschließlich in Tierexperimenten beobachtet. Und wie mir ein dreifacher Vater bestätigte, kann man am Penis einem gerade mal geschlüpften Jungen kaum erkennen, ob der nun fast gerade oder doch ein bisschen krumm ist – und bleibt. Und von einer Fehlbildung würde man selbst dann nicht sprechen.

Doch derlei Gedanken, einmal in der Welt, lassen sich eben schwer ausradieren.

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