Richtig fett sein, ohne Reue

26. August 2007 · Thema: Ernährung, Leib und Seele

Das geht nicht? Ha! Nachdem sich unsere beleibteren Mitbürger in der Regel ja eher mit Hiobsbotschaften auseinander setzen müssen, gibt’s jetzt endlich mal wieder eine gute Nachricht: Den Diabetes, den viele Übergewichtige kriegen, können wir von der Liste der Adipositas-Spätfolgen streichen.

Das zumindest “hoffen” Forscher des Southwestern Medical Center in Dallas: Sie haben gezeigt, dass superfette, supergefräßige Mäuse partout nicht zuckerkrank werden, ganz gleich, wie viel man ihnen auch zu futtern gibt – wenn sie eine Extradosis Adiponectin kriegen.

Was das ist? Die Forschung hat im vergangenen Jahrzehnt einen ganzen Zoo von Hormonen aufgetan, die an der Kontrolle unseres Essverhaltens beteiligt sind. Leptin zum Beispiel gehört dazu. In einem noch nicht von der Lebensmittelindustrie versauten Körper funktioniert es als Stoppsignal: Hallohallo, genug gefuttert, jetzt aufhören! Adiponectin ist der Gegenspieler von Leptin, es überbringt unserem Leib die frohe Botschaft, dass im Fettgewebe noch Platz ist: Hallohallo, bitte weiterschaufeln!

Klingt jetzt noch nicht so gesund, aber die Texaner haben an ihren Mäusen einen bisher unbekannten Effekt des Fresshormons entdeckt: es regt die Tiere zwar zu völlig unkontrollierter Nahrungsaufnahme an, aber gleichzeitig verhindert es, wie eingangs erwähnt, dass die Tiere zuckerkrank werden. Das werden sie sonst eigentlich garantiert, wenn sie unentwegt Kalorien einwerfen.

Wie Adiponectin den Mause-Diabetes vereitelt, wissen die Forscher leider (noch) nicht. Das Team spekuliert, dass Adiponectin zwar mehr Fett heranschafft, aber gleichzeitig auch für eine vorteilhafte Verteilung der Masse sorgt, nämlich weg von den Innereien, hinaus in die Peripherie. Dort richtet Körperfett nämlich weniger Schaden an.

Nun ja, ist auch ganz egal, wie’s funktioniert, die Therapieoption liegt auf der Hand. Dicke Menschen, die ihre Kilos einfach nicht runterkriegen, könnten sich mit Adiponectin vor der Zuckerkrankheit schützen. Spritze rein, und ab zum nächsten Imbiss.

Toll! Rauszukriegen wäre jetzt nur noch, wie man die ganzen anderen Komplikationen einer schweren Adopsitas in den Griff kriegt. Vom ästhetischen Aspekt mal ganz abgesehen.

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