Auf der Suche nach Nahrung

13. März 2010 · Thema: Ernährung, Leib und Seele

Ich war einkaufen. Wollte einen Joghurt. Einen normalen. Ohne Probiotik, ohne Bio, ohne Zucker, ohne Süßstoff, ohne Fruchtpampe, ohne Cerealie, Nuss, Keks, Flakes oder Schokostreusel. Ganz normalen Joghurt wollte ich, vollfett, ohne alles.

Was soll ich sagen? Auf gefühlten fünfzehn Metern Joghurtmischerzeugnissen konnte ich trotz angestrengtester Suche nicht einen einzigen blanken Vollmilchjoghurt aus konventioneller Herstellung in diesem Supermarkt entdecken. Der war auch nicht etwa ausverkauft. Es gibt in diesem Laden einfach keinen. Aber fünfzehn (oder vielleicht fünf) Meter von dem anderen Zeug.

Ich meine: Die Menschen beklagen sich darüber, dass sie von der Lebensmittelindustrie hinters Licht geführt werden. Foodwatch veröffentlicht einen pseudoskandalösen Bericht über Essensnepp nach dem anderen. Das ist ja auch sehr ehrenvoll, die Öffentlichkeit aufzuklären und sich schützend vor sie zu werfen. Aber man muss diese Frage einfach immer wieder stellen: Warum kaufen die Leute dann trotzdem (und überhaupt!) diesen Schund?

Ich habe noch keinen einzigen sogenannten Joghurt unter den oben genannten entdecken können, der nicht mit Aromen, Verdickungsmitteln oder Konservierungsmitteln und wahlweise mit Süßstoff oder nahezu beängstigenden Mengen Zucker frisiert wurde. All das ist auf den Verpackungen ersichtlich, wenn man sich mal die Mühe macht, die Zutatenliste zu lesen, und dazu sollten auch jene in der Lage sein, die sich über Analogkäse und falschen Erdbeerjoghurt aufregen. Es müsste mithin einen enormen Bedarf an richtigen, an ungepanschten Nahrungsmitteln geben. Und folglich auch ein entsprechendes Angebot.

Mais, tant pis! Aus unerfindlichen Gründen gibt es das nicht.

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