Die Schäm-dich-Diät

25. April 2008 · Thema: Ernährung, Leib und Seele

Forscher sagen, dass die Erinnerung an die letzte Mahlzeit das Hungergefühl dämpft. In Wahrheit geht es wohl eher um die Kunst, anderen ein schlechtes Gewissen zu machen.

“Gedanken-Diät”?! Steht hier, kommt von hier, ganz wissenschaftlich also. Klingt sogar einleuchtend. 50 Frauen essen zu Mittag. Jene, die zum Tee an ihren Lunch denken, lassen den Gebäckteller unberührt. Die anderen greifen zu. Logisch!

Ob das mit dem Hunger und der Erinnerung aber wirklich so hinhaut? Die Frauen bekamen ja eine Aufgabe: Sie mussten vor der Kekswahl einen kleinen Aufsatz schreiben. Die einen über ihre Anreise. Die anderen über ihr Mittagessen.

Stellen Sie sich mal vor, jemand stellt Ihnen Kekse hin und sagt: “Aber erst berichte mal, was du zum Mittagessen hattest!” Das ist doch eher unangenehm, denn wer will nach einer halbwegs ordentlichen Mahlzeit schon als verfressenes Weib dastehen? Was wird hier also wirksam – die Erinnerung? Oder die indirekte Ermahnung, die Scham auslöst, weil man tatsächlich immer noch Hunger hat?

Das ist doch gemein. Und bei Männern würde das auch niemals funktionieren.

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