Länger leben in der WG

27. Mai 2008 · Thema: Leib und Seele, Schweine im Weltall

Einsam geht der Mensch zugrunde, in Gesellschaft dagegen wird er alt. Muss er sich deshalb mit Fliegen vergleichen lassen?

Das Alter, wir sahen es gerade, macht den Menschen zu schaffen, und deshalb wird nach den Rätseln ewiger Jugend gesucht, unter anderem bei der Fruchtfliege Drosophila. Genau. Die kleinen Viecher, die sich im Sommer nicht aus der Obstschale vertreiben lassen.

Forscher aus Iowa haben diesen Insekten jetzt das Leben drastisch verkürzt (die Studie erscheint im Laufe der Woche hier), indem sie ein wichtiges Gen manipulierten. Wie sich zeigte, halten sich die morbiden Viecher um so länger, je mehr Zeit sie mit jungen, fitten Artgenossen verbringen. Der soziale Kontakt steigerte ihre dürftige Lebenserwartung bis aufs Doppelte.

Schön für die Fliegen, deren Leben ja eh ziemlich kurz ist. Aber was hat das mit uns zu tun? Die Wissenschaftler glauben, dass das veränderte Gen der kurzlebigen Mutanten einem Gen des Menschen entspricht, das an geistigen Verfallserkrankungen im Alter beteiligt ist – Parkinson, Alzheimer, Chorea Huntington (eine Erbkrankheit, die einst Veitstanz hieß). Für fast drei Viertel aller bekannten Krankheitsgene des Menschen hat man solche Pendants in der Fliege immerhin schon gefunden.

Wie das nun alles genau miteinander zusammenhängt – Mutation, junge Gesellschaft, längeres Leben, Alzheimer – bleibt zwar der weiteren Forschung überlassen. Bis dahin kann es aber nicht schaden, sich mit jungen Artgenossen zu umgeben. (Besser als Hormonspritzen ist das auf jeden Fall)

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